PRAKTIKUM BEI DANDY DIARY- PARTY EXZESS, ZAHNSPANGE, FASHION WEEK, SOCIAL CLIMBING BITCHES

Ich, die minderjährige Schülerin Sonja, habe mich bei  den renommiertesten deutschen Bloggern DANDY DIARY in Berlin für ein Praktikumsplatz beworben, welchen ich aufgrund meiner Zahnspange natürlich sofort bekommen habe. Im folgenden Praktikumsbericht erzähle ich, was ich so erlebt habe.

Sonja, reife 17 Jahre alt, begibt sich auf die waghalsige Reise nach Berlin zu Dandy Diary. Grund dafür ist ein zweiwöchiges Schulpraktikum, das ich definitiv nicht in meiner langweiligen Heimat Darmstadt verbringen wollte.

Während der zwei Wochen, wurde ich oft gefragt, wie ich als junges Mädchen dazu kam, mein Praktikum bei David und Jakob zu verbringen und ob ich den wahnsinnig sei. Meine Begründung war ganz simpel: Vogue, ELLE und Harpers Bazaar nehmen keine Schülerpraktikanten an und die Dandys sind einfach die coolsten Blogger in ganz Deutschland. Warum die Leute mich für wahnsinnig hielten, habe ich anfangs nicht verstanden, doch als in der zweiten Praktikumswoche die Fashion Week anbrach, dämmerte es mir langsam. Mein Alltag bestand oftmals aus Aftershowpartys – und mit den Jungs unterwegs zu sein, kann für eine Minderjährige in manchen Momenten echt aufregend werden. Ob ekelhafte alte Männer im Anzug auf der Party des Zeit Magazins oder Angebote von kostenlosem Kokain im Fashion Week Zelt waren für mich kein Problem. Ich bin jung und habe im nüchternen Zustand genug Energie für eine Woche Fashion Week. Die alten Fotografen, die sich an mich ranmachten wurde auch direkt abgewimmelt. Eure längst vergangene Jugend, könnt ihr mir nicht klauen.

Einzig die Social Climbing-Bitches haben mir oft die Laune verdorben. Anstatt Spaß zu haben, wurden mir Visitenkarten in die Hand gedrückt. Anscheinend kann man jetzt durch Praktikanten berühmt werden und an die ganz großen Connections kommen. Um den richtigen Erfolg im Berufsleben zu erzielen, sollte man die ganze Sache anders angehen, dass stand für mich ab diesem Moment fest. Das Geld für Visitenkarten werde ich mir später sparen und stattdessen Leute mit meinen Ideen und Visionen polarisieren, sodass mein Name in ihr Langzeitgedächtnis gebrannt wird. Für Visitenkarten, die ihr wahllos verteilt, interessiert sich Niemand. Spart euch das Geld lieber für den nächsten Louis Vuitton Schlüsselanhänger.

Natürlich gab es viele Highlights, wie beispielsweise die Dandy Diary X Adidas Party oder ein Treffen mit Videomacher Matt Lambert, bei dem eines der nächsten großen Dandy Diary-Projekt besprochen wurde, stay tuned! Sorry Christiane Arp, die wir ebenfalls getroffen haben, aber Matt hat es mir eindeutig mehr angetan als deine Rolle der wahrscheinlich bekanntesten Moderedakteurin Deutschlands. Die Inhalte seiner Videos sind deutlich interessanter als eine mit Werbung vollgeklatschte Vogue.

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Neben dem Feiermarathon war ich auch an produktiven Sachen beteiligt, wie bei Interviews mit Designern wie Michalsky und Sadak. Doch meine Haupttätigkeit war es, die Social Media Accounts von den Dandys zu übernehmen. Die Jungs waren ganz entzückt von meiner eigenen Online Präsenz und baten mich darum, ihre Kanäle zu übernehmen und ihnen Tips zu geben. Dadurch konnte ich mich auf der Dandy Diary X Adidas Party als Social Media-Assistant vorstellen und problemlos Prominenz wie Tokio Hotel anquatschen, ohne wie ein kleines nerviges Fangirl rüberzukommen. Die Tarnung hat sich gelohnt und ich wurde von Sänger Bill Kaulitz zum aftern in den nächsten Club eingeladen, sagte jedoch ab, weil es mir dann doch ein wenig skurril und eklig vorkam. Smart Girl. Stattdessen habe ich mit den Dandys bis zehn Uhr auf einer privaten After von einem berühmten Kunstsammler abgehangen. Das war natürlich viel besser. Den Feiermarathon, der von Montag bis Samstag ging, habe ich wirklich sehr gut überstanden. Trotz dem Alkoholkonsum eines Ballermann Atzen, hatte ich keinen einzigen Kater. Teenies sind dann doch sehr gesegnet.

Zum krönenden Abschluss, hatte ich noch einen Wunsch bei den Dandys frei, und ich hatte eine geniale Idee. Einer meiner Lebensziele war es, minderjährig ins Berghain zu kommen. Deshalb bat ich David darum, dass er mich begleitet, damit ich älter wirke. Wir haben uns davor mit seinem Freund Molle, im Borchardt getroffen, haben dort eine Pommes gegessen und sind dann ganz easy, ohne Kontrolle ins Berghain reingelaufen. Mein Herz pochte wie verrückt, ein „Traum“ ist in Erfüllung gegangen. Natürlich hat das nur wegen meiner Ü30 Begleitung geklappt und ich hab mir ein paar Falten ins Gesicht gemalt und roten Lippenstift getragen. Auf der Clubtoilette angekommen, habe ich mir nicht das Nässchen gepudert, sondern ein Abschminktuch aus meiner Jackentasche gezückt und die Falten und den Lippenstift aus meinem Gesicht entfernt. 12 Stunden habe ich dort verbracht, 11 davon habe ich mich gelangweilt. Berghain war dann doch nicht so toll wie erwartet. Trotzdem, als ich im Zug in meine Heimat Darmstadt saß, war ich das stolzeste Mädchen. Ich habe eine zwei wöchige Freakshow, von Influencern, C Prominenz, Managern und weiteren unnötigen Menschen überstanden UND ich bin als Minderjährige ins Berghain gekommen. Na wenn das mal keine #lifegoals sind.

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In diesen kurzen zwei Wochen, konnte ich viel mitnehmen und bin definitiv für die kommenden Fashion Weeks und vor dem Social Climbing Bitch-Syndrom gewappnet. Ich weiß jetzt, wie ich mich zu präsentieren habe und, dass ich mich in manchen Situationen auf Small Talk einlassen muss, um Kontakte aufzubauen. Natürlich haben auch Jakob und David viel von mir lernen könnten. Ein Teenager ist dann doch einige Schritte voraus, was die Gestaltung eines Instagramprofils angeht. Ich hab den Beiden gezeigt, wie man die richtigen Filter benutzt, um welche Uhrzeit man am besten posten sollte, und und und.

Meine wichtigste Erkenntnis jedoch war, dass ich auf keinen Fall Blogging/ Influencing zu meinem Hauptberuf machen möchte. Ich werde es neben meinem Studium weiter verfolgen, um nicht als Aushilfe in einer Bäckerei arbeiten zu müssen. Jedoch habe ich meine Ziele eine Stufe höher gesetzt und möchte etwas selbst erschaffen. Etwas wo ich mich nach einer gewissen Zeit der harten Arbeit, in den Hintergrund stellen kann und nicht mit etlichen Influencern auf einem Modeevents sinnlose Unterhaltungen führen muss. Meine Bloggerkarriere, die ich schon mit 15 Jahren angefangen habe, würde ich schon jetzt gerne auf den Nagel hängen. Klar, die ganzen Reisen und die neuen Länder die ich dadurch kostenfrei bestreiten durfte sind toll, jedoch ist das dann auch kein richtiger Urlaub, sondern teilweise Arbeit. Obwohl ich noch immer sehr jung bin, bin ich von diesen Lifestyle gelangweilt, der kostenlose Alkohol und das Essen verführen mich noch immer, jedoch kann ich darauf auch verzichten. Meckern auf einem hohen Niveau ist eines meiner Talente. 😉

Ich bin dankbar, für die letzten 3 Jahre meines Lebens, für die Zusammenarbeit mit großen Unternehmen wie Nike, Reebok, Weekday und Google. Für die Praktika, die ich freiwillig während meiner Schulferien gemacht habe und für einige Menschen, die ich dadurch kennenlernen durfte.

Was ich momentan mache? Nachdem ich mein Abitur dieses Jahr erfolgreich gemeistert habe, habe ich mich spontan in den Fachbereich Onlinekommunikation an der Hochschule Darmstadt eingeschrieben. Anfangs nur, um mich nicht beim Arbeitsamt melden zu müssen, um von den unsympathischen Tanten auf Jobsuche geschickt zu werden, und natürlich um ein Hessenticket für die öffentlichen Verkehrsmittel zu besitzen. Jetzt merke ich langsam, dass mich das Studienfach interessiert. Einziger Kritikpunkt ist, dass mein Campus in Dieburg liegt und nicht in Darmstadt. Der Weg dorthin mit Bus und Bahn ist ätzend. Der Stoff erscheint mir in einigen Vorlesungen noch ein wenig langweilig und anspruchslos. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich mich schon seit drei Jahren mit sozialen Netzwerken und Co. beschäftige und tolle Praktika wie bei den Dandys oder der VICE in Kopenhagen hatte. Naja hoffentlich wird das in den kommenden Semestern anders und ich lerne noch viel dazu.

Vielleicht bilde ich mir auch einfach nur ein, dass ich so talentiert und allwissend bin. Ich hab mal gehört, dass Jugendliche sich gerne überschätzen. 😉

FOLGT MIR GERNE AUF INSTA @SONJARYCHKOVA

sonjarychkova

5 thoughts on “PRAKTIKUM BEI DANDY DIARY- PARTY EXZESS, ZAHNSPANGE, FASHION WEEK, SOCIAL CLIMBING BITCHES”

  1. Das Praktikum hört sich Mega spannend hat, da wird man ja ganz neidisch! Man kann sich richtig in dich hinein versetzten. Extrem gut und homurvoll geschrieben! 🙂

  2. Sonja! Deine Ehrlichkeit ist der Wahnsinn und deine Weitsicht umso mehr! Dein Text war nicht nur unterhaltsam, sondern endlich Mal interessant und lehrreich neben diesen ganzen 0815 Blogbeiträgen. Chapeau!!

  3. Eindeutig der beste Beitrag den ich je gelesen habe! So humorvoll und unterhaltsam geschrieben, man konnte sich perfekt in jedes Szenario versetzen. Danke!!! Bitte mehr davon!

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